Menschen - Hussein? Sarakbi? Mahmoud? Jean?

Da macht ein 14-jähriger Junge am Stadion in einer Leichtathlethik-Gruppe beim Training mit. Eigentlich ist das nichts besonderes. Bei diesem Jungen aber schon!
Er hatte schon einige Namen zwischen Juni und Juli 2015. Hussein oder Sarakbi oder Mahmoud oder Jean? Wie soll er genannt werden ? Seinen echten Namen möchte er nicht veröffentlicht sehen, er hat Angst wegen seiner Familie, die noch in Syrien ist.   
Er hat seine Geschichte aufgeschrieben in erstaunlich gutem Deutsch, das er erst in Deutschland gelernt hat. Er wurde in Syrien bei einem Angriff am Bein schwer verletzt. Er dachte, dass seine Eltern tot sind. Mit der Hilfe von Nachbarn und mit einer Wunde am Bein hat er es geschafft in die Türkei zu fliehen.
Wegen seiner Verletzung wurde er einge Zeit von der Armee festgehalten.  Es gelang ihm, mit einem Boot nach Griechenland zu kommen. Man sieht solche Boote in den Nachrichten, aber der Junge schreibt, dass das Boot sieben Meter lang und zwei Meter breit war. Es waren 50 Menschen an Bord, Frauen und Kinder. Es war so eng, dass er kaum atmen konnte. Er hatte starke Schmerzen in seinem Bein.
Nach einigen Zwischenstationen schafft er es über Mazedonien nach Serbien. Einige Male ist er im Gefängnis, wird geschlagen.
Er findet kurzfristig Hilfe bei anderen Syrern. In Ungarn macht er sich alleine weiter auf den Weg und kommt über Wien und München nach Stuttgart. Eine Odyssee, die einen Monat dauerte, war zu Ende.
Er lebt seit einiger Zeit im Filderraum in einem Kinderheim für minderjährige Flüchtlinge in einer Gruppe mit 7 syrischen Jungs zwischen 14 und 17. Doch das ersetzt keine Familie! Er ist einsam und traurig.
Da sitzt dieser Junge am Stadionrand und erzählt, dass er seine Freunde sterben sah. Er sagt Dinge wie "da war überall Blut".
Mittlerweile weiss er, dass seine Eltern noch leben. Er hat sogar Kontakt aufnehmen können. Er erzählt, dass er in Syrien so gerne Fussball gespielt hat.
Er fühlt sich so alleine in Deutschland. Er hat einen erwachsenen Bruder im Stuttgarter Raum, mit dem er ebenfalls Kontakt hat. Er träumt davon, dass seine Eltern nach Deutschland kommen können.
Er wird im Herbst versuchen, in einer 9.Klasse den Hauptschulabschluss zu schaffen.
Sport kann solche leidgeprüften Kinder nur für eine kurze Zeit ein kleines bisschen aus ihrer Verzweiflung holen. Beim TSV Bernhausen stehen die Türen offen!